Briefwechsel

Lesezirkel: Briefwechsel

Literarische Briefwechsel haben ihre eigene Faszination. Es umgibt sie der Nimbus des Authentischen, selbst wenn sie im Blick auf eine Veröffentlichung verfasst wurden. Oft scheinen sie wie die persönliche Begleitmusik zum literarischen Werk. In ihnen spiegelt sich vielerlei: das Gespräch über das eigene Schreiben, Ermutigung ebenso wie scharfe Kritik, der Austausch über gesellschaftliche und persönliche Befindlichkeiten, Wirrnisse um Liebe, Eifersucht, Konkurrenz.

 

Ingeborg Bachmann und Paul Celan kämpfen in ihren Briefen fast zwanzig Jahre lang um die gegenseitige Liebe und Freundschaft. Wiederholt herrscht Schweigen, immer aber wird der Briefwechsel wieder aufgenommen, bis es 1961 endgültig zum Bruch kommt.

 

Der schmale Briefwechsel von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt dokumentiert eine schwierige Freundschaft. In ihrem Ruhm aneinandergekettet als Doppelgestirn am Schweizer Literaturhimmel, verliert sich der ironisch-neckische Ton des Anfangs zunehmend. Aus dem kollegialen Werkstattgespräch wird Vorwurf und Abrechnung. Dürrenmatts Abschiedsbrief an Frisch besiegelt 1986 den Austausch.

 

Ein Jahrzehnt umfasst die intensive intellektuelle Freundschaft zwischen Christa Wolf und Brigitte Reimann. Die so unterschiedlichen Autorinnen finden sich im Dialog über ganz Persönliches ebenso wie über den Alltag in der DDR. Die gegenseitige Unterstützung, Kritik und Ermunterung endet 1973 mit dem frühen Tod von Brigitte Reimann.

 

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Datum noch unbestimmt