Unterwegssein

Lesezirkel: Unterwegssein

Unterwegs, ob zu Fuss, in der Bahn oder auf einer Schiffsreise, nimmt der Mensch seine Umgebung meist mit geschärften Sinnen wahr. Oft verschränken sich Beobachtung, Traum, Sinneseindrücke, Gedankenspiele. Unterwegs- sein stellt für die Literatur aller Epochen eine Inspiration sondergleichen dar. Im Spazieren, Flanieren, Reisen, Bummeln, Gehen oder Wan- dern ruhen schöpferische Momente sowie Le- benskräfte, die sich in zahlreichen literarischen Texten niedergeschlagen haben.

Wir machen uns mit vier sehr unterschiedlichen Büchern auf den Weg, von denen eines gar die „Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen“ verspricht. Im Austausch über unsere Leseeindrücke nähern wir uns den stilistischen und inhaltlichen Eigenheiten der Werke, stellen Vergleiche an und versuchen Zuordnungen in grösseren Bögen. Die Bücher sollten jeweils zum Kursdatum hin gelesen werden.

 

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Vortrag: Robert Walser „Die Wortsüsse des Augenblicks“

Vortrag: Robert Walser – «Die Wortsüsse des Augenblicks»

Der Schweizer Dichter und Schriftsteller Robert Walser (1878 – 1956) gehört heute zu den grossen Autoren des 20. Jahrhunderts. Nach einem viel versprechenden Start in der literarischen Avantgarde verfasste er innert drei Jahren die Romane „Geschwister Tanner“ (1907), „Der Gehülfe“ (1908) und „Jakob von Gunten“ (1909). Während des Ersten Weltkriegs verlor Walser aber zunehmend den Anschluss an die literarische Welt und hörte schliesslich ganz auf zu schreiben.

Es verging fast ein Vierteljahrhundert, bis Robert Walser entdeckt und in seiner Bedeutung erkannt wurde. Sein Leben und Schreiben bleibt trotz ausgedehnter Forschung und üppiger Editionen rätselhaft und faszinierend.

 

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Vortrag: Frank Wedekind – „Ich langweile mich“

Vortrag: Frank Wedekind – «Ich langweile mich»

Vor rund 150 Jahren in Hannover geboren, zog er im Alter von acht Jahren mit seiner Familie auf Schloss Lenzburg im Kanton Aargau. Um der Langeweile zu entgehen, lässt er sich einiges einfallen. Er reitet auf dem Schlossesel ins Städtchen hinab, stiftet seine Schulfreunde zu deftigen Streichen an und verdreht mit seinen Liebesgedichten gestandenen BürgerInnen den Kopf. In frechen Schmähreden rächt er sich bei den Lehrern für Arrest und Strafarbeiten. Schon als junger Mensch erkennt er, wie skandalträchig ein scheinbar geordnetes und sittsames Gemeinwesen sein kann. Ein einschneidendes Erlebnis während der Schulzeit verarbeitet er im Theaterstück »Frühlingserwachen«.

 

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Vortrag: Emma & Georg Herwegh – Mit Feder und Pistole für die Revolution

Vortrag: Emma & Georg Herwegh – Mit Feder und Pistole für die Revolution

Ein Gedicht auf die Freiheit steht am Beginn ihrer Liebe: Emma Siegmund, Tochter eines reichen Seidenhändlers in Berlin, entflammt 1841 bei der Lektüre der «Gedichte eines Lebendigen» in Liebe zu Georg Herwegh. Der 24-jährige aufmüpfige Poet schreibt gegen Tyrannen und Landesfürsten, er beschwört die Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Seine Gedichte treffen den Geist seiner Epoche.

 

2017 wurde der 200. Geburtstag des ungewöhnlichen Paares (Georg 1817 – 1875; Emma 1817 – 1904) gefeiert – ein guter Anlass, um sich die beiden wieder ins Gedächtnis zu rufen.

 

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Zuflucht und Bedrohung: Die Natur als Protagonistin in literarischen Texten

Zuflucht und Bedrohung: Die Natur als Protagonistin in literarischen Texten

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur ist ein uralter Erzählstoff. Und ein unerschöpflicher dazu: Geschichten von fernen Inseln prallen auf die Schilderung bedrohlicher Bergerlebnisse, der Wille zur ästhetischen Gestaltung misst sich an Erfahrungen von entfesselter Wildnis. Ausgeliefert oder aufgehoben, gestaltend und sich spiegelnd, eröffnen sich unterschiedlichste Erzählräume und -perspektiven. Die gewählten Bücher zeigen Figuren im Kräftespiel zwischen Faszination und Angst, Selbstbehauptung und Glücksgefühlen – und im Ringen mit sich selbst.

 

Im Roman Die grosse Angst in den Bergen des Waadtländers Charles Ferdinand Ramuz beschliessen die Einwohner eines Dorfs im Wallis, ihr Vieh nach einem lange zurückliegenden Unglück wieder auf die Alp hinaufzuschicken. Dort bahnt sich bald neues Unheil an: Eine Seuche bricht aus, die Sennen sind zu strikter Quarantäne gezwungen, einer nach dem andern erliegt der Angst oder verfällt dem Wahnsinn. Der 1926 erstmals publizierte Bergroman mutet wie eine archaische Parabel über die Moderne an.

 

In Marlen Haushofers Roman Die Wand findet sich eine Frau in einem Jagdhaus in den Bergen unvermittelt auf sich selbst gestellt. Am Tag nach ihrer Ankunft stösst sie auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres eng umgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

 

Adolf Muschg stellt in seinem neuesten Buch Der weisse Freitag Goethes zweite Schweizerreise ins Zentrum. Anfang November 1779 überquert der Geheimrat in einem neunstündigen Fussmarsch durch Neuschnee den Furkapass. Eine Wette treibt ihn zu diesem leichtsinnigen Unterfangen. Muschg geht mit Goethe durchs Gebirge und denkt über seinen eigenen Lebensweg wie über die Naturkräfte nach, denen der Mensch damals wie heute ausgeliefert ist.

 

In Marion Poschmanns Roman Die Kieferninseln reist der Privatdozent Gilbert überstürzt nach Japan. Nach einem nächtlichen Traum ist er überzeugt, dass seine Frau ihn betrügt. Vor Ort stösst er auf die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen und sich in der Betrachtung der Natur verlieren. Durch die Begegnung mit dem suizidalen Studenten Yosa aber bekommt das Ziel der gemeinsamen Reise – die Kieferninseln – eine neue Bedeutung.

 

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Archiv aktuell: Ein Abend für Dieter Forte

Archiv aktuell: Ein Abend für Dieter Forte

Dieter Forte, geboren 1935, gilt als der vermutlich bedeutendste Düsseldorfer Autor der letzten Jahrzehnte. Das Heine-Institut bewahrt Teile seines Vorlasses, die im Rahmen einer  Abendveranstaltung vorgestellt werden sollen.

Die Basler Germanistin Martina Kuoni, die lange Zeit als Assistentin Fortes tätig war, berichtet in einem Vortrag über die gemeinsame Arbeit mit Forte.

 

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Gottfried Keller: Der grüne Heinrich

Gottfried Keller: Der Grüne Heinrich

Gottfried Kellers Der grüne Heinrich zählt zu den grossen Bildungsromanen der deutschen Literatur. Das Werk lag dem Schweizer Schriftsteller sein Leben lang sehr am Herzen. Mit keinem anderen Stoff aber hat er mehr gerungen als mit diesem. Zwei verschiedene Fassungen zeugen davon.

 

Die Zweitfassung, die 1879/1880 erschien, erstellte Keller an seinem Lebensende. Sie wurde für den etab- lierten Schriftsteller zur Begegnung mit sich selbst, mit seinen biographischen, weltanschaulichen und künstlerischen Anfängen. Die Fragen nach der Gestaltung des Menschentums, nach der steten Entwick- lung der Menschenseele, prägen den Weg Kellers wie des Protagonisten. In der Zweitfassung legte Keller die Handlung chronologisch an. Neue Episoden kamen dazu, andere wurden gestrichen, der Schluss des Romans bekam einen versöhnlichen Anstrich gegenüber der Erstfassung.

 

Dieser Kurs gibt Gelegenheit, Kellers zeitloses Werk Der grüne Heinrich kennen zu lernen oder sich erneut mit diesem grossen Buch auseinander zu setzen. Da und dort werden Vergleiche zwischen den beiden Fassungen angestellt.

 

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Veranstalter: Literaturhaus Basel, Barfüssergasse 3, Basel

Kosten: CHF 160.-, für Mitglieder LiteraturBasel und Besitzer der WortReich-Karte 120.-

Anmeldeschluss: Freitag, 25. Januar 2019

Montag, 18. Februar, 18. März, 8. April und 29. April 2019, jeweils 19–21 Uhr

Anmeldung nicht mehr möglich

Auf der Insel – „die glücklichste Zeit meines Lebens“

St. Petersinsel

Auf der Insel – «die glücklichste Zeit meines Lebens»

Die St. Petersinsel ziehe mehr Pilger an als Loreto, wurde um 1800 gespottet. Tatsächlich suchten Reisende aus ganz Europa das Idyll im Bielersee auf, das Jean-Jacques Rousseau beschrieben hatte. Das Zeitalter der Empfindsamkeit war angebrochen, man suchte die wahren Gefühle, wandelte gedankenverloren durch die Natur und sehnte sich nach dem Einfachen, Echten. Die St. Petersinsel gehörte zum Programm der Bildungsreise durch Europa.
Leicht kann man sich auch heute noch in die schwärmerische Stimmung versetzen, die alle Besucher erfasste, auch etwa W.G. Sebald oder Robert Walser. Auf dem Insel-Spaziergang flaniert man von der Schifflände aus wie durch einen Landschaftsgarten, vorbei am Pavillon, dem Rousseau-Denkmal oder der Aussichtskanzel – typische Attribute für die Inszenierung der Promenade. 
Der Tag bietet Aussichten und Einsichten, Zeit zum Gespräch, zur Textlektüre und sieht eine Stärkung im Klosterhof vor, wo man sich überdies in Rousseaus Gemach umsehen kann (11.00 bis 17.30 Uhr)

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In den Hügeln – Spazieren mit Robert Walser

Herisau

In den Hügeln – Spazieren mit Robert Walser

Robert Walser (1878 – 1956) wurde infolge einer Krise mit 55 Jahren in die Heil- und Pflegeanstalt in Herisau /Appenzell eingeliefert. Hier legte er den Bleistift nieder, klebte als Anstaltsbewohner Papiertüten, löste Kreuzworträtsel und ging, stets im Sunntigsgwand, spazieren. Der Robert Walser-Pfad führt in rund 3 Stunden um Herisau herum. Der Besuch der Walser-Räume im Ortsmuseum, viele Zitattafeln unterwegs, vorgetragene Textpassagen und die Einkehr in einem von Walser oft besuchten Lokal ermöglichen die Annäherung an den grossen Schriftsteller mitten in den grünen Hügeln. (13.00 bis 18.00 Uhr)

 

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